Für mich kaum bewusst merklich, hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr "Komplementärmedizin" (=Homöopathie, Akupunktur, ...) in meinem Alltag eingeschlichen. Das liegt vielleicht einerseits daran, dass wir lange Zeit nur einen Steinwurf von einem antroposophischen Zentrum in Deutschland entfernt gelebt haben. Meine Erfahrungen etwa mit homöopathischen Heilverfahren waren in den vergangenen Jahren einerseits sehr gut, weil (subjektiv) wirkungsvoll. Als Realist bin ich andererseits hin und hergerissen zwischen eher schulmedizinischen Überzeugungen und den kaum nachvollziehbaren Wirkungen und Erfahrungsberichten der Komplementärmedizin.
Können das alles Placebo-Effekte sein oder ist die Wissenschaft noch nicht in der Lage, solche Phänomene zu beschreiben? Sind Doppelblindstudien als einfaches mathematisches Modell geeignet, komplexe Heilvorgänge zu beschreiben?
Für mehr als die Hälfte aller bekannter Krankheiten kennt die Schulmedizin keine ursächliche Therapie. Wenn das so ist, dann womöglich deshalb, weil der Denkansatz unvollständig ist.
Einige Forscher (unter ihnen der Nobelpreisträger Wolfgang Pauli) fordern nun, Erkenntnisse aus der Quantenphysik und der Chaostheorie, also Begriffe wie Ordnung, Einheit, Energie oder Information mit in die Behandlungen aufzunehmen. Dazu müssten sich die Forschergruppen der verschiedenen Disziplinen besser austauschen. Kürzlich gelang der Nachweis, dass Zellen laserähnliches Licht abgeben, das zur interzellulären Kommunikation geeignet ist. Leider lesen die meisten Mediziner wohl nicht die renommierten physikalischen Zeitschriften, in denen solche Ergebnisse publiziert werden.
Klar kann ein Immunologe im Fernsehen behaupten, Homöopathie sei nur Wasser und könne unmöglich wirken. Ein Quantenphysiker erklärt unterdessen zum selben Problem, dass Wasser aufgrund seiner Fähigkeit, interne Clusterstrukturen zu bilden, viele andere diskrete Eigenschaften theoretisch fast unbegrenzt als Informationen speichern und über Resonanz auch wieder weitergeben kann.
Also kann zur Zeit noch keine Weltsicht, keine Theorie unseren komplexen Organismus vollständig beschreiben. Mit dieser skeptischen Grundhaltung ist mir also scheinbar erstmal besser gedient als mit reiner Schulmedizin.
Dienstag, 12. Mai 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen