Donnerstag, 30. Juli 2009

Bildung für das 21. Jahrhundert

Bildung! Was für ein großes Thema. Wo soll ich da anfangen?

Unser derzeitiges Bildungssystem ist in meiner Meinung das größte Hindernis, welches die Menschheit davon abhält ihr volles Potential zu entfalten. Das westliche (Massen-) Bildungssystem ist noch im Industriezeitalter verhaftet und tut sich schwer damit, im 21. Jahrhundert mitzuhalten.

An allen Ecken und Enden brennt es, aber Fortschritte gestalten sich zäh und langsam. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass Bildung (und vermehrt wieder auch die Erziehung) in Deutschland und anderen Ländern fast ausschließlich dem Staat zufällt? Und wo hat der Staat je deutlich mehr als Durchschnitt geleistet?

Die Lehrer sind ausgebrannt, die Schüler haben keine Lust. Sollte Lernen nicht Spaß machen und lernt man nicht dann am besten? In den Schulen wird weiterhin hauptsächlich Wissen vermittelt, welches allerdings schneller veraltet als je zuvor. Ist es nicht so, dass unser System angepasste, passive und nicht widersprechende Schüler eher belohnt als selbstständige, unabhängige Köpfe, die ihren eigenen Weg gehen?

Nicht nur die Wirtschaft würde von kreativen Mitmenschen profitieren, die gelernt haben zu lernen anstatt nur das zu paucken, was die Kultusminister gerade für richtig hielten. Viele junge Menschen wissen nach ihrem Schulabschluss nicht, wie es weitergehen soll. Sie fangen eins der populären Studienfächer an, nur um es nach einiger Zeit wieder abzubrechen. Sie müssen erst lernen, aus Eigeninitiative Entscheidungen für sich zu treffen und sind sich über ihre Fähigkeiten und Talente nicht im klaren. Wenn aber nicht das, was wäre denn dann eigentlich die Hauptaufgabe der Schule gewesen?

Die meisten Berufe, die unsere Schüler und Studenten einmal ausführen werden, gibt es heute noch nicht. Mit welchem Wissen könnte uns die Schule darauf vorbereiten?

Wie sieht sie also aus, die Schule des 21. Jahrhunderts?

Oh, aber es gibt auch positives zu berichten. Es gibt sie, die Lehrer, die ihren Unterricht trotz des veralteten Systems kreativ und auf die Lernbedürfnisse der Schüler hin ausrichten und durch ihren persönlichen Einsatz und ihr Einfühlungsvermögen einen Unterschied machen. Ich hatte zum Glück gleich mehrere davon.

Freitag, 19. Juni 2009

Bahn fahren

Seit gut einem Jahr bringen mich nun mehrheitlich öffentliche Verkehrsmittel zur Arbeit und zurück. Dabei scheinen Busse und Bahnen keinen guten Ruf zu genießen. Viele Leute reagieren mit mitleidigen Blicken wenn sie davon erfahren. Aber Bahn-fahren ist äußerst interessant! Selten trifft man auf so unterschiedliche Personen und Persönlichkeiten. Morgens mehr die Berufstätigen, Rentner und Studenten. Abends dann vermehrt Schüler auf dem Weg zur Kneipe oder Disco und einzelne Workaholics mit gläsernen Blicken. Man trifft auch mehr oder minder begabte Musikanten, zerstreute Großmütter ("...ist das hier nicht die S-Bahn nach ...?") oder gelangweilte Arbeitslose. Leute, die man ansonsten eben nicht treffen würde: Das ist das wahre Leben(tm)!

Fahre ich stattdessen mal mit dem Auto zur Arbeit, merke ich erst den Unterschied: Abgeschottet von der realen Welt, berieselt von ausgewählter Musik und dank Klimaanlage in perfekter Atmosphäre. Von Garage zu Garage.

Da verpasst man was.

Freitag, 5. Juni 2009

Pflanzenfette entzaubert

Fett, meist in Form von Fettsäuren, hat immer noch keinen guten Ruf. Insbesondere tierische Fette und die sog. gesättigten Fettsäuren gelten als gefährlich für die Gesundheit und auch das Cholesterin wartet in weiten Kreisen noch auf seine Rehabilitierung. Dagegen gelten pflanzliche Fette oft als gesündere Alternative: Wenn schon Fett, dann aber pflanzliches.

Nun, so schön einfach das auch wäre, die Realität sieht anders aus. Es gibt trotz langer Suche keine Hinweise darauf, dass pflanzliche Fette für Menschen gesünder wären als tierische.

So führte etwa das "U.S. National Heart, Lung and Blood Institute" im Jahre 1982 eine Studie genannt "Multiple Risk Factor Intervention Trail" (MRFIT) an ca. 13000 Männern durch. Mit dieser Studie wollte man beweisen, dass eine bestimmte Art von Ernährung das Risiko an Herzkrankheiten oder Herzinfarkten zu sterben reduzieren könne. Zu diesem Zweck reduzierte man in der einen Gruppe den gesamten Fettanteil, die gesättigten Fettsäuren und die Cholesterin-Zufuhr. Stattdessen wurde der Anteil von Gemüse, Vollkorn, Früchten und Ballaststoffen erhöht. Statt gesättigten Fettsäuren und Cholesterin wurden mehr pflanzliche Fette konsumiert. Zusätzlich wurde dieser Gruppe dazu geraten, mit dem Rauchen aufzuhören.

Der zweiten Gruppe (der Kontrollgruppe) wurde nur mitgeteilt, einfach so weiterzumachen wie bisher, eben jetzt unter ärztlicher Aufsicht.

Nach 6 Jahren hatten 46% der Beteiligten in der ersten Gruppe aufgehört zu rauchen, in der Kontrollgruppe waren es nur 29%. Die erste Gruppe hatte zudem ihre Cholesterin-Zufuhr um 40% und den Anteil gesättigter Fettsäuren um 1/4 zurückgefahren, während Sie den Konsum von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (omega-6) im Vergleich zur Kontrollgruppe um 1/3 erhöhte.

Das Ergebnis? Nach sieben Jahren lag die Sterberate der ersten Gruppe bei 41.2 unter 1,000 und in der Kontrollgruppe bei 40.4. Ein Wert, der statistisch nicht relevant ist. Auch was die Herzinfarkte anging gab es zwischen beiden Gruppen keinen Unterschied [1]. Der Ausgang der Studie passte den Autoren damals überhaupt nicht ins Konzept und so wurde versucht, durch allerlei mathematische Kniffe und komplizierte Formulierungen das Ergebnis zu relativieren.

In einer weiteren Studie im Jahre 2006, an der diesmal ~ 48000 Frauen mitwirkten, wurde dieses Ergebnis bestätigt. Nach 6 Jahren nahmen die Frauen diesmal 22% weniger Fett, 23% weniger gesättigte Fettsäuren, 20% weniger Cholesterin, 15% mehr Kohlenhydrate, 22% mehr Früchte und Gemüse, sowie etwas mehr Ballaststoffe und Vollkorn-Getreide zu sich.

Dies alles führte auch nach 8 Jahren zu keiner signifikanten Abnahme von Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfällen oder Herz-Gefäßerkrankungen. Die Sterberate war 4.9 zu 5.0.

Was lässt sich aus all dem ableiten? Das mit den "guten" und "schlechten" Fetten ist leider nicht so einfach. Allerdings gibt es Unterschiede, die auch eine Rolle spielen. So stellte sich bei der MRFIT-Studie quasi nebenbei heraus, das die Teilnehmer, welche den höchsten Anteil an Omega-3-Fettsäuren zu sich genommen hatten, eine 22% niedrigere Sterberate und um 40% weniger an Herz-Gefäßerkrankungen litten.

Es scheint also, als müssten wir unsere Aufmerksamkeit eher den mehrfach ungesättigten Fettsäuren zuwenden.

Fortsetzung folgt....


[1] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3519736

Dienstag, 12. Mai 2009

Der Mensch ist zu komplex

Für mich kaum bewusst merklich, hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr "Komplementärmedizin" (=Homöopathie, Akupunktur, ...) in meinem Alltag eingeschlichen. Das liegt vielleicht einerseits daran, dass wir lange Zeit nur einen Steinwurf von einem antroposophischen Zentrum in Deutschland entfernt gelebt haben. Meine Erfahrungen etwa mit homöopathischen Heilverfahren waren in den vergangenen Jahren einerseits sehr gut, weil (subjektiv) wirkungsvoll. Als Realist bin ich andererseits hin und hergerissen zwischen eher schulmedizinischen Überzeugungen und den kaum nachvollziehbaren Wirkungen und Erfahrungsberichten der Komplementärmedizin.

Können das alles Placebo-Effekte sein oder ist die Wissenschaft noch nicht in der Lage, solche Phänomene zu beschreiben? Sind Doppelblindstudien als einfaches mathematisches Modell geeignet, komplexe Heilvorgänge zu beschreiben?

Für mehr als die Hälfte aller bekannter Krankheiten kennt die Schulmedizin keine ursächliche Therapie. Wenn das so ist, dann womöglich deshalb, weil der Denkansatz unvollständig ist.

Einige Forscher (unter ihnen der Nobelpreisträger Wolfgang Pauli) fordern nun, Erkenntnisse aus der Quantenphysik und der Chaostheorie, also Begriffe wie Ordnung, Einheit, Energie oder Information mit in die Behandlungen aufzunehmen. Dazu müssten sich die Forschergruppen der verschiedenen Disziplinen besser austauschen. Kürzlich gelang der Nachweis, dass Zellen laserähnliches Licht abgeben, das zur interzellulären Kommunikation geeignet ist. Leider lesen die meisten Mediziner wohl nicht die renommierten physikalischen Zeitschriften, in denen solche Ergebnisse publiziert werden.

Klar kann ein Immunologe im Fernsehen behaupten, Homöopathie sei nur Wasser und könne unmöglich wirken. Ein Quantenphysiker erklärt unterdessen zum selben Problem, dass Wasser aufgrund seiner Fähigkeit, interne Clusterstrukturen zu bilden, viele andere diskrete Eigenschaften theoretisch fast unbegrenzt als Informationen speichern und über Resonanz auch wieder weitergeben kann.

Also kann zur Zeit noch keine Weltsicht, keine Theorie unseren komplexen Organismus vollständig beschreiben. Mit dieser skeptischen Grundhaltung ist mir also scheinbar erstmal besser gedient als mit reiner Schulmedizin.

Dienstag, 28. April 2009

Claus ist jetzt Blogger

“Perhaps it’s done already, perhaps they have said me already, perhaps they have carried me to the threshold of my story, before the door that opens on my story, that would surprise me, if it opens, it will be I, it will be the silence, where I am, I don’t know, I’ll never know, in the silence you don’t know, you must go on, I can’t go on, I’ll go on.”

Samuel Beckett, The Unnameable